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PKD-Werkzeuge von Werner Schmitt
Mit dem
Niedergang der Schmuckindustrie begann der
Aufstieg von Werner Schmitt. Das Unternehmen
setzte zunehmend auf PKD-Werkzeuge für den
industriellen Bereich. Mit Erfolg, denn der Bedarf
war groß. Im Automobilbau setzten sich
verschiedene Aluminiumwerkstoffe immer stärker
durch. Materialien, die sich zumeist nur mit
PKD-Werkzeugen wirtschaftlich bearbeiten lassen.
1995 waren 20 Mitarbeiter bei der Werner Schmitt
PKD-Werkzeug GmbH beschäftigt, drei Jahre später
zogen bereits 40 Angestellte in die neue
Fertigungshalle nahe Pforzheim. Im Jahr 2004
kaufte die WALTER AG das Unternehmen, bei dem
heute 86 Frauen und Männer beschäftigt sind.
Spezielle Lösungen für
Bearbeitungsprobleme Dr. Michael Müller ist seit
dem Jahr 2006 Geschäftsführer bei dem
Werkzeugspezialisten. Nach seiner Aussage macht
das Unternehmen über 90 Prozent seines Umsatzes
mit Sonderlösungen, die speziell an die
Bedürfnisse des jeweiligen Kunden angepasst sind.
Für ihn bedeutet dies, dass neben hoher Qualität
der Werkzeuge den Kunden Forschung und
Entwicklungsarbeit auf höchstem Niveau geboten
werden muss. „Wer mit PKD-Werkzeugen arbeitet,
will nicht nur einfach ein Werkzeug, er braucht
auch einen umfassenden Support. Denn er hat meist
ein ganz spezielles Bearbeitungsproblem, für das
es kaum eine Standardlösung gibt.“ Umgekehrt
bedeutet dies für Werner Schmitt, dass das
Unternehmen keine Billigkonkurrenz fürchten muss.
Die Kunden wissen nur zu gut, dass sie inenger
Zusammenarbeit mit den Kunden wird eine optimale
Lösung angestrebt. Das fängt schon bei der
Materialauswahl für den Schaft an. Muss es
Hartmetall sein oder reicht gewöhnlicher Stahl?
Welche Aufnahme ist am geeignetsten? Und so
weiter. Entscheidend für den Erfolg des Werkzeuges
sind jedoch die Schneiden. Welche Makro- und
welche Mikrogeometrie verspricht die besten
Ergebnisse? Welcher Schneidstoff soll eingesetzt
werden? Denn PKD ist nicht gleich PKD. „Das
Hartstoffgefüge“, so Michael Müller, „kann die
unterschiedlichsten Ausprägungen haben und wird je
nach Bearbeitungsfall angepasst.“ Die Planung
ist der eine Teil, die handwerkliche Ausführung
der andere. „Gerade bei den Schneiden kommt es auf
Genauigkeit an. Die Toleranzen sind um eine
Zehnerpotenz geringer als bei herkömmlichen
HM-Wendeplattenwerkzeugen. Schließlich sollen die
Platten höchste Oberflächengüten liefern.“ Nur
wenn alles exakt umgesetzt wird, können die
PKD-Werkzeuge diese Vorgaben erfüllen. Dabei kommt
noch ein anderer Faktor ins Spiel. Durch die exakt
abgestimmten Geometrien können die PKD-Platten
ihre wahre Stärke ausspielen: Extrem lange
Standzeiten bei höchsten
Bearbeitungsgeschwindigkeiten, was sie gerade für
die Serienfertigung beispielweise in der
Automobilindustrie interessant macht.
Einsatz vor allem in der Automobilindustrie
Für den Werkzeughersteller ist es
selbstverständlich, dass ihre Pretiosen nur mit
neuester und genauester Technik gefertigt werden.
Deshalb setzen die Fertigungstechniker in
Niefern-Öschelbronn bei der Endbearbeitung nicht
nur auf Erodieren der Platten, sondern auch auf
die Laserbearbeitung. Der hohe Aufwand bei der
Fertigung schlägt sich im Preis der
Hightech-Werkzeuge nieder. Für die Kunden rückt
daher die Wiederaufbereitung der Werkzeuge, das so
genannte Re-Conditioning, in den Mittelpunkt. „Im
Schnitt werden PKD-Tools etwa drei- bis fünfmal
wieder aufbereitet“, so Michael Müller. Auch hier
ist höchste Genauigkeit gefordert, denn die teuren
Werkzeuge sollen auch nach dem „Nachschliff“
wieder die Leistung des Neuwerkzeuges bringen. Für
die Verantwortlichen bei Werner Schmitt eine Frage
der Ehre: Sie geben eine Garantie darauf, dass die
Werkzeuge in allen Bereichen den ursprünglichen
Vorgaben zu 100 Prozent entsprechen. Vor allem
in der Automobilindustrie, wo große Serien und
schwierig zu bearbeitende Werkstoffe zum Alltag
gehören, kommen die Präzisionswerkzeuge von Werner
Schmitt zum Einsatz. „Bohrer machen ungefähr 60
Prozent unseres Umsatzes aus. Fräser etwa 30 und
Drehwerkzeuge etwa 10 Prozent.“ Ein Zehntel des
Gesamtumsatzes entfällt auf Werkzeuge für andere
Industrien wie Medizin, Schmuckindustrie und den
Instrumentenbau. So gehört auch der bekannte
Holzblasinstrumente-Hersteller Moeck zu den Kunden
des Nieferner Unternehmens. Zweistellige
Wachstumsraten Vor den kommenden Jahren ist dem
Unternehmen nicht bange, denn der Einsatzbereich
von PKD wächst zusehends. Neue Werkstoffe, vor
denen Hartmetall kapituliert, und immer geringer
werdende Toleranzen sorgen dafür, dass die
Produkte von Werner Schmitt gefragt sind.
Zweistellige Wachstumsraten gab es schon in der
Vergangenheit, das soll so bleiben. „Wir wollen
weiter organisch wachsen, denn nur so können wir
unsere Qualität halten. Und letztendlich ist es
doch so: Nur ein zufriedener Kunde kommt immer
wieder. Einen Unzufriedenen haben wir nur einmal.“
Artikel erschienen in WT 100B auf Seite 76.
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