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Erste nanokristalline Anbindungsschicht für Schneidstoffe: Nanolock
Innovatives Beschichtungsverfahren
Technische Basis der Nanolock-Schicht ist ein spezielles Hochtemperatur-CVD-Verfahren. Grundsätzlich stehen sich in der Beschichtungstechnologie zwei unterschiedliche Verfahren mit jeweils spezifischen Vor- und Nachteilen gegenüber. Während Beschichtungen, die mit der sogenannten chemischen Gasphasenabscheidung (Chemical Vapor Deposition, CVD) erzeugt werden, extrem hart sind und gut haften, sind physikalisch erzeugte Oberflächen (Physical Vapor Deposition, PVD) weniger zäh und verspröden deshalb nicht so schnell. Im Unterschied zu anderen Herstellern, die vornehmlich auf die chemische Beschichtung bei mittleren Temperaturen setzen – in der Regel zwischen 700 und 900 Grad Celsius –, nutzt Boehlerit bei der Nanolock-Beschichtung ein Verfahren mit Temperaturen zwischen 900 und 1.100 Grad Celsius. Dadurch ist es Boehlerit gelungen, eine nanostrukturierte Titancarbonitridschicht ohne Dotierung, sondern ausschließlich durch Wahl geeigneter Prozessparameter während der Schichtabscheidung zu erzeugen.
Aus dem Labor direkt in die Fertigung
Eine Konsequenz aus dem Einsatz dieses bewährten Verfahrens ist: Boehlerit kann die Entwicklungsergebnisse sehr schnell in die Fertigung übertragen. Welches Potenzial in der neuen Anbindungsschicht liegt, zeigen unter anderem die neuen Hartmetallsorten, die Boehlerit anlässlich der EMO 2007 präsentiert. Bei den Drehsorten Steeltec LC215K, LC225K und LCF240F steigt die Zerspanleistung ebenso deutlich wie bei der universellen Drehschälsorte LC228E oder der für die Kurbelwellenbearbeitung optimierten Stahlfrässorte LC239Q. So erreichen Steeltec-LC215K-Wendeschneidplatten Schnittgeschwindigkeiten von über 300 m/Min. Gleichzeitig verlängert sich die Standzeit gegenüber konventionellen Sorten um bis zu 50 Prozent.
Bei Steeltec LC215K und LC225K sorgt darüber hinaus eine spezielle Schichtkombination für eine gelbe Aluminium-Oberfläche, an der jederzeit der Verschleiß zu erkennen ist. Die Schneideigenschaften bleiben von diesem optischen Effekt unberührt. Boehlerit ist bislang der einzige Hersteller, dem es gelungen ist, seine Wendeschneidplatten mit einer solchen Deckschicht zu markieren.
Artikel erschienen in WT 101 auf Seite 30.
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