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Titan - des Widerspenstigen Zähmung Die neue Hartmetallsorte CTP5240 von Ceratizit steigert die Produktivität beim Bearbeiten von Titanlegierungen in der Luft- und Raumfahrtindustrie.
Licht und
Schatten Titan ist ein chemisches Element, das
in der Erdkruste vorkommt. Im Perio-densystem hat
es die Nummer 22 und gehört zur Gruppe
4. Titanlegierungen haben eine Menge
Vorteile: – Festigkeit ähnlich wie Stahl bei
halbem Gewicht – Hohe Elastizität und
Festigkeit – Schlechte Wärmeleitfähigkeit: •
Keine Versprödungen bei extrem niedrigen
Temperaturen • Keine nennenswerten Ausdehnungen
bei großer Hitze. Diese Vorteile bringen bei der
Zerspanung von Titanlegierungen jedoch Nachteile
mit sich: – Schwierig zu bearbeiten – Hohe
Bearbeitungs- und Werkzeugkosten – Extrem teurer
Werkstoff (momentan mindestens 25mal teurer als
Aluminium). Titan stellt hohe
Ansprüche Titanlegierungen sind sehr schlechte
Wärmeleiter. Im Vergleich zu Stahl handelt es sich
um einen Faktor zehn. Für die Zerspanung heißt
das, dass die erzeugte Prozesswärme zu 75 Prozent
in die Werkzeuge fließt und nicht mit den Spänen
abtransportiert werden kann. Um dem entgegen zu
wirken, braucht man ein hochwarmfestes
Hartmetallsubstrat und eine effiziente Kühlung
während des Bearbeitungsprozesses. Das führt zum
Einsatz von großen Kühlmittelmengen, am besten mit
hohem Druck durch die Spindel direkt an die
Schneidkanten der Werkzeuge. Aus diesem Grund sind
Trägerwerkzeuge mit Innenkühlung für das Zerspanen
von Titanlegierungen die erste Wahl. Eine
weitere Konsequenz der schlechten
Wärmeleitfähigkeit von Titanlegierungen ist die
hohe Temperatur in den Schneidwerkzeugen. Sie
führt zu chemischen Reaktionen wie Oxidation und
Diffusion an der Oberfläche der Werkzeugschneide.
Probleme, für die Ceratizit mit der neuen Sorte
CTP5240 eine Lösung hat. Widerstand gegen die
Zerspanung Titan ist ein polymorphes Material.
Es zeigt nach dem Erstarren bei 1668°C ein kubisch
raumzentriertes Gitter und klappt bei 882°C in
eine hexagonale Gitterstruktur um. Dennoch bleibt
Titan unterhalb dieser Temperatur relativ gut
verformbar, da zahlreiche Gleit- und
Zwillingsebenen im Kristallgitter vorliegen. Bei
massiver Kaltumformung neigt Titan zu starker
Verfestigung, wobei die Zugfestigkeit sich
verdreifacht und die Bruchdehnung sich um bis zu
90% verringert. Diese Verfestigungsneigung setzt
dem Zerspanungsprozess einen signifikanten
Widerstand entgegen: Die Schneidkanten brechen
leicht aus oder der Schneidstoff wird zerrüttet.
Eine Reduktion der Schnittkräfte durch positive
und scharfe Schneiden bringt hier bis zu einem
gewissen Punkt Abhilfe. Allerdings darf die
Ausgestaltung nicht zu positiv sein, da die
Schneide sonst zu empfindlich für diesen
Anwendungsbereich wird. Die hohe Elastizität des
Werkstoffs begründet eine Relaxation des
Materials, die direkt nach dem Schnittprozess zu
einem Aufatmen des Titans führt. Dies stellt
besondere Anforderungen an die geometrische
Freistellung der Schneidkante. – Fazit: Titan
effizient zu zerspanen, ist gar nicht so
einfach! Neue Hartmetallsorte zum Zerspanen
von Titanlegierungen Viele der in der Luft- und
Raumfahrt-industrie verwendeten Bauteile sind
geschmiedete Titanlegierungen. Diese Teile sind an
der Oberfläche ungleichmäßig hart und bringen
daher für die Wendeschneidplatten, die zur
Zerspanung eingesetzt werden, unvorhersehbare
Belastungen. Ceratizit löst diese komplexe
Aufgabenstellung mit einer besonders warmfesten
Substrat Beschichtungskombination, die den
Markennamen HyperCoat trägt. Dahinter verbergen
sich ein innovatives Hartmetallsubstrat der
ISO-Klasse P und M 35 und eine speziell für diesen
Anwendungsbereich abgestimmte Beschichtung. Diese
neue Hartmetallsorte trägt den Namen
CTP5240. Hocheffizient: Die neue Sorte
CTP5240 Bei der neuen Sorte CTP5240 handelt es
sich um ein extrem hochwarmfestes
Hartmetallsubstrat mittlerer Körnung, das eine
hohe Verschleißfestigkeit mit ausreichender
Zähigkeit und einer sehr hohen Warmfestigkeit
verbindet. Die Beschichtung zeigt - abgestimmt
auf die Titanlegierungen - eine deutlich
reduzierte Neigung zu chemischen Reaktionen wie
Oxidation und Diffusion mit dem Werkstückmaterial.
Sie verfügt über ausgezeichnete tribologische
Eigenschaften und eine hohe thermische Stabilität
bei außerordentlich hoher Härte. Zusätzlich zur
sehr hohen Härte bietet diese Beschichtung einen
hocheffizienten Hitzeschild, der das
Hartmetallsubstrat vor frühzeitigem Verschleiß bei
höheren Schnittgeschwindigkeiten schützt. Außerdem
wird eine spezielle Oberflächenbehandlung der
Beschichtung aufgebracht. Sie führt zu einer sehr
glatten Spanfläche und verringert somit den
Reibungskoeffizienten bei der Zerspanung
erheblich. Die Späne können deutlich besser über
die Spanfläche gleiten. Hochpositives Design
bei der Geometrie Bei der Schneidengeometrie der
Sorte CTP5240 setzt Ceratizit auf ein
hochpositives Design, das in der Ausführung
unserer bekannten Aluminiumgeometrie -27 ähnlich
ist. Diese Geometrie erlaubt das Zerspanen mit
sehr niedrigen Schnittkräften und -drücken. So
können die Prozesstemperaturen über längere Zeit
im Bereich von 200 bis 250 Grad Celsius gehalten
werden. Das ist bei der Zerspanung von
Titanlegierungen deutlich weniger als
bisher. Weitere positive Effekte unserer
Schneidengeometrie sind die sehr gute Spanformung
und der effiziente Spanfluss. Durch die gute
Spanform unterstützt diese Schneidengeometrie ein
effizienteres Entsorgen der Späne, da das Volumen
gering gehalten wird: ein Liter abgetragenes
Material hat jetzt deutlich weniger Volumen als
sonst üblich. Schnittgeschwindigkeiten und
Vorschübe Mit dieser Geometrie- und
Sortenkombination hat Ceratizit bei
Schruppbearbeitungen bereits standfeste 120 Meter
Schnittgeschwindigkeit bei einem Zahnvorschub von
0,12 mm und sechs Millimetern axialer Schnitttiefe
erzielt.
Artikel erschienen in WT 102 auf Seite 82.
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