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Leistungskur für Schwergewichte
Müssen
Spritzgusswerkzeuge Kunststoffgranulate mit hohen
Anteilen abrasiver Komponenten verarbeiten, so
werden sie in höchstem Maße beansprucht. So war es
beim Serienanlauf für die Fertigung von
Kunststoffkomponenten für das
Frischluft-Management von BMW-Modellen im
Weidmann-Werk im sächsischen Treuen. Die
mittelharten Vergütungsstähle widerstanden dem
kernigen Werkstoff-Cocktail nicht sehr lange.
Unter hohem Zeitdruck galt es daher, die Werkzeuge
leistungsfähiger zu machen. Topqualität für
Premiummarken In Treuen gilt das Motto: Die
Qualität der Produkte und die Lieferbeziehung zu
den Kunden dürfen keinesfalls leiden. Schließlich
werden dort Kunststoffkomponenten sowie Baugruppen
für weitere Topmarkenmodelle hergestellt: für die
Mercedes-C-Klasse und für den Audi A4. Auch in
jedem neuen 1er- und 3er-BMW befinden sich Teile
aus dem Werk in Sachsen, zum Beispiel für die
Technik der Luft-Wasser-Trennung im
Frischlufttrakt. Rasch im großen Maßstab
beschichtet In der anspruchsvollen
Anfangssituation zogen alle an einem Strang – auch
der Kunde BMW, der die Entscheidung für die
Beschichtung mitgetragen hat. Darüber hinaus
zahlte sich der bestehende Kontakt des Leiters
Werkzeugbau in Rapperswil, Andreas Hegner, zu
Oerlikon Balzers aus. Nach anfänglich
umfangreichen Beratungen und Vorbereitungen gelang
im Kompetenzzentrum für formgebende Werkzeuge in
Spenge innerhalb kurzer Zeit die Beschichtung der
großformatigen Werkzeugeinheiten (1590 × 750 × 350
mm), die mit rund drei Tonnen etwa halb so viel
wie das Komplettwerkzeug auf die Waage bringen.
Die PVD-Großanlage wurde eigens dafür umgebaut.
Zum Einsatz kam BALINIT® LUMENA. Die
Titan-Aluminiumnitrid-Schicht besitzt eine sehr
niedrige Eigenspannung und erlaubt einen dicken
und haftfesten Schichtauftrag mit extrem hoher
Mikrohärte bis zu 3.400 HV – optimal für den
Verschleißschutz der eingesetzten
Vergütungsstähle. Wirtschaftlichkeit
gesteigert Das beschichtete Werkzeug ging
termingerecht in Betrieb, lief rund zwei Jahre
lang ohne Aufbereitung und konnte die Standzeit in
dieser Zeit mehr als verdreifachen. „Zudem rechnet
sich die Beschichtung“, so Karsten Müller,
Teamleiter Werkzeugunterhalt bei Weidmann in
Treuen: „Die Werkzeuginstandhaltung alle sechs
Monate entfällt heute – und damit auch 160
Mannstunden sowie Kosten für Vorlaufproduktion,
Lagerhaltung und Logistik.“ Kompetenz in
Übergrößen Das waren gute Gründe für eine
weitere Zusammenarbeit: Oerlikon Balzers
beschichtet bis heute drei großformatige
Weidmann-Werkzeuge. „Wir schätzen auch die
absolute Termintreue von Oerlikon Balzers“,
benennt Karsten Müller einen weiteren wichtigen
Grund für die gute Partnerschaft. Und für Theo
Baumeister, Kundenbetreuer von Weidmann bei
Oerlikon Balzers, ist der Beschichtungserfolg
selbst ein Kompetenz-ausweis: „Nach unserem Wissen
sind wir damit der einzige Beschichter, der solch
große Formate auf einen Rutsch per PVD-Verfahren
beschichten kann – und der haftfeste Schichten in
Dicken von einigen Mikrometern auf mittelharte
Stähle aufbringen kann.“
Artikel erschienen in WT 104 auf Seite 93.
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