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Neue Perspektiven für die Fertigung von Großteilen
Ausbohrbereiche größer als 500 mm Durchmesser erfordern große und in den Querschnitten stabilere Werkzeuggrundkörper, die dann durch Aufsetzen von verschiebbaren Kerbzahnschienen größere radiale Verstellwege ermöglichen. Mit dieser konstruktiven Festlegung konnte die radiale Verstellung im Minimum auf 140 mm erhöht werden. Die neue Baureihe in zweiteiliger Ausführung ab einem Bearbeitungsdurchmesser von 500 mm kann dadurch schon in der ersten Stufe bis zu einem Fertigungsdurchmesser von 780 mm verwendet werden. Dieses Konzept ermöglicht es, mit vier Werkzeuggrundkörpern (Schienen) und vier aufsetzbaren Kerbzahnschienen den kompletten Zerspanungsbereich bis Durchmesser 3255 mm abzudecken. Dass sich Wohlhaupter die Realisierung der einzelnen Bohrbereiche nicht leicht gemacht hat, wird bei näherer Betrachtung ersichtlich. Denn die vier aufsetzbaren Kerbzahnschienen passen auf jede der vier Grundschienen und decken dort in der Kombination jeweils einen bestimmten Ausbohrbereich ab. Nur mittels dieser Besonderheit konnte die gewählte Bauteilvariante auf die Dimension bis Durchmesser 3255 mm erfolgreich umgesetzt werden.
Das Familienunternehmen aus Frickenhausen ist weltweit bekannt als Hersteller von flexiblen und vor allem durchgängig modularen Ausdrehwerkzeugsystemen für die Vor- und Fertigbearbeitung. Folglich unterliegen auch die neuen Aluschienen dem Systemgedanken und sind kompatibel zum bestehenden Programm: Bisherige Plattenhalter zum Schruppen, oder auch Feindrehkassetten sind jederzeit einsetzbar. Das garantiert höchste Produktivität und Präzision durch Ausdrehen statt Fräsen. Enorme Einsparungen der Bearbeitungszeit sind aber nicht nur aufgrund des geringen Werkzeugbedarfs realisierbar. Eine Kombibearbeitung Schruppen und Schlichten ist bei diesen Durchmessern ebenfalls möglich.
Artikel erschienen in WT 106 auf Seite 16.
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