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Dümmel Werkzeugfabrik vertieft Zusammenarbeit mit der Hochschule Reutlingen
Als
hauptsächliches Problem bei der Einführung des
Systems Nutstossen bei Kunden, stellte sich immer
wieder die Akzeptanz dieser vorher meist nicht
bekannten Bearbeitungsmethode dar. Bei Dümmel ist
man kundenseitig auf dieselben Vorbehalte
getroffen: „ Ist die Belastung für meine Maschine
nicht zu hoch? Werden meine Lager durch diese
Bearbeitungsart nicht überbeansprucht?“ Bisher
ging man den Weg, den Interessenten das Verfahren
live im Hause Dümmel zu präsentieren. Wer die
Werkzeuge einmal im Einsatz gesehen hat, dem wird
die Angst umgehend genommen. Selbst bei einer
leichten Maschine sind kaum Erschütterungen
während des Stossvorgangs wahrzunehmen. Die
Schneidengeometrien sind beim Standard
Nutstossprogramm auf einen sehr weichen Schnitt
und somit auf minimale Schnittkraft optimiert. In
die Entwicklung dieses Systems floss bereits vor
der Markteinführung die über 60 jährige Erfahrung
in der Herstellung von Hartmetallwerkzeugen. Nun
kann durch die Ergebnisse der Schnittkraftmessung
allen Anwendern die Befürchtung vor
maschinenseitiger Überbelastung genommen
werden. Die Schnittkraft der Nutstosswerkzeuge
wurden bei Dümmel im Technologie Zentrum
untersucht. Zu diesem Zweck kam ein 3-Komponenten
Dynamometer in Verbindung mit einem
Ladungsverstärker und Auswertungssoftware der
Hochschule Reutlingen zum Einsatz. Die Kräfte
werden durch die Ladungsveränderung der
Piezosensoren, welche proportional zur Kraft
ist, gemessen. Diese Verfahren erlaubt, in
Verbindung mit Abtastraten von mehreren Tausend
Hertz genauste Rückschlüsse auf den
Zerspanungsvorgang. Betreut wurde der Versuch von
Herrn Siegfried Heinrich, dem für die
Schnittkraftmessung verantwortlichen Mitarbeiter
der Hochschule Reutlingen. „Bei diesem Versuch hat
uns besonders die wissenschaftliche Untersuchung
der relativ neuen Fertigungstechnologie des
Nutstossens interessiert. Nach anfänglicher
Bedenken wegen Überlastung des Kraftaufnehmers
lagen die aufgenommen Messwerte letztendlich weit
unter unseren Erwartungen.“ Siegfried Heinrich,
Laborverantwortlicher Schnittkraftmessung
Hochschule Reutlingen. Die Zerspankraft ist die
Resultierende aus den in die drei Raumrichtungen
wirkenden Kräfte. Für die Untersuchungen wurden
jeweils nur die Maximalwerte als Höchstbelastungen
herangezogen. Als Ergebnis kann zusammengefasst
werden, dass selbst mit der breitesten
Schneidplatte von über 12 mm und einem hochfesten
Edelstahl die einzelnen Achsen und somit die Lager
nicht über 2500 N belastet werden. Das bedeutet,
dass man sich bei Verwendung der empfohlenen
Schnittwerte im Kraftbereich einer Standard
Zerspanung, bewegt. Die Belastungen sind sogar
geringer als bei einer gewöhnlichen
Gewindeschneidbearbeitung. Das Werkzeugprogramm
Nutenstossen von Dümmel umfasst im Standard
Werkzeuge zur Herstellung von Passfeder-,
Scheibenfeder und Mitnahmenuten nach DIN 138 und
DIN 6885. Der große Vorteil bei diesem Verfahren
ist die Komplettbearbeitung auf Dreh- und
Fräsmaschinen. Bisher werden die Räum-, Stoß- oder
Erodierarbeiten in der Regel auf separaten
Maschinen durchgeführt oder sogar an Fremdfirmen
vergeben. Grundsätzlich können mit diesem
Verfahren alle Arten von Nutprofilen hergestellt
werden. Neben Evolventen- und Sonderverzahnungen
sind auch Mehrkantprofile
herstellbar.
Artikel erschienen in WT 108 auf Seite 49.
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