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Besser wirbeln Innengewinde in hoch warmfesten Legierungen fertigen
Für
zahlreiche Bauteile in der Luft- und Raumfahrt
nutzt man die besonderen Eigenschaften spezieller
Legierungen. Speziell bei Teilen für Turbinen
und Raketenmotoren benötigt man eine hohe
Festigkeit auch bei hohen Temperaturen. Dafür
haben Werkstoffspezialisten hoch warmfeste, meist
auf Nickel basierende Legierungen entwickelt.
Beispiele sind Nimonic und Inconel. Aber auch
sogenannte Stellite und Titanlegierungen
entsprechen den gestellten Forderungen an hohe
Festigkeiten. Schwierig zu zerspanen Wegen
der hohen Festigkeiten auch bei hohen Temperaturen
lassen sich diese Werkstoffe nur schwierig spanend
bearbeiten. Sie verursachen hohen Verschleiß an
den Werkzeugen. Man benötigt spezielle Werkzeuge.
Insbesondere das Fertigen von Gewinden ist
aufwendig und kritisch. Übliche Verfahren zum
Fertigen von Innengewinden sind das Bohren und das
Zirkularfräsen. Auf modernern Bearbeitungszentren
verwirklicht man meist das Zirkularfräsen.
Allerdings gibt es bei hoch warmfesten Legierungen
einige Einschränkungen. Beim Zirkularfräsen kommen
mehrere Gewinde-Schneidgänge und damit eine große
Werkzeuglänge zeitgleich in Eingriff mit der
Bohrung. Wegen der hohen Festigkeit der Werkstoffe
muss man das Gewinde in mehreren seitlichen
Zustellungen fräsen, um einen Bruch des Werkzeuges
zu vermeiden. Daraus ergeben sich lange
Bearbeitungszeiten. Zudem verschleißen die
Werkzeuge rasch. Um dauerhaft die geforderte hohe
Genauigkeit und Qualität der Gewinde einzuhalten,
muss man häufig die Gewinde-Fräswerkzeuge
wechseln. Dafür benötigt man eine Vielzahl an
Schwesterwerkzeugen und häufige Werkzeugwechsel.
Die erforderlichen, besonders warmfesten, meist
beschichteten Werkzeuge sind zudem kostenintensiv.
Deshalb ist das Zirkularfräsen von Innengewinden
in hoch warmfesten Legierungen eher
unwirtschaftlich. Günstiger mit
Wirbelwerkzeugen Beim Gewindewirbeln kommen am
Werkzeug nur zwei oder drei Gewindeschneiden in
der Bohrung in Eingriff mit dem Werkstück. Deshalb
sind die radialen Kräfte wesentlich niedriger als
beim Zirkularfräsen. Das reduziert den Verschleiß
speziell in hoch warmfesten Legierungen. Dixi
hat zum Gewindewirbeln eine Reihe sorgfältig
abgestimmter Werkzeuge realisiert. Sie verfügen
über einen stabilen, verstärkten Schaft. Ihr Hals
ist auf einer Länge von etwa dem zweifachen
Durchmesser eingezogen. Am Ende verfügen sie über
zwei Gewinde-Schneidprofile und wahlweise,
abhängig vom Gewindedurchmesser, drei oder sechs
Zähne. Rascher, kontinuierlicher
Ablauf Zum Wirbeln der Innengewinde wird das
Werkzeug auf den Nenndurchmesser des Gewindes über
der Bohrung positioniert. Die Bohrung ist dabei
auf die kleinste Toleranz gebohrt. In einem
durchgängigen Zyklus wirbelt das Werkzeug in einer
abwärts gerichteten Schraubenlinie (Helix) das
Gewinde. Dabei entsteht durch den
Schneideneingriff in einem Durchgang die komplette
Gewindegeometrie auf die vorgesehene Toleranz und
Genauigkeit. Am Gewindegrund fährt das Werkzeug in
die Bohrungsachse und wird aus der Bohrung
herausgefahren. Gewindewirbeln hat gegenüber dem
Bohren und Zirkularfräsen einige Vorteile. Es
eignet sich auch für Innengewinde mit einer
mehrfachen Tiefe des Durchmessers. Gewindewirbeln
erzeugt nur sehr kurze Späne. Deshalb kann man
auch bei Sacklöchern in einem Durchgang arbeiten.
Das Rückziehen des Werkzeugs und Entspänen der
Bohrung entfällt. Dadurch steigt auch die
Prozesssicherheit. Der bei Gewindebohrern immer
wieder eintretende Werkzeugbruch ist nahezu
ausgeschlossen. Zudem können Wirbelwerkzeuge in
Sacklöchern nutzbare Gewinde nahzeu bis auf den
Bohrungsgrund fertigen. Bei kleineren
Bohrungstiefen erhält man eine bessere Nutzung der
Gewindetiefe. Gewirbelte Gewinde sind zudem
genauer. Sie sind durchgehend zylindrisch ohne
konische Verjüngung zum Bohrungsgrund hin. Ihre
Oberflächen sind sehr gut. Es gibt keine Grate.
Das bisher unumgängliche Entgraten und sorgfältige
Reinigen der Gewindebohrungen kann minimiert
werden oder entfallen. Standfeste
Werkzeuge von Dixi Beispiele zeigen die
wirtschaftliche und fertigungstechnische
Überlegenheit des Gewindewirbelns beim Fertigen
von Innengewinden in hoch warmfesten Werkstoffen.
In der korrosionsbeständigen Legierung X4CrNuMi16
5 1 mit einer Festigkeit von 1300 Mpa sind
Gewinde M5 x 0,8 zu fertigen. Ein
Gewindewirbelwerkzeug Dixi 1730 SP mit
Beschichtung TiAlN arbeitet bei 50 m/min
Schnittgeschwindigkeit und 0,015 mm Vorschub pro
Zahn. So lassen sich 600 Gewinde ohne erkennbaren
Verschleiß am Werkzeug wirbeln. Gegenüber dem
Zirkularfräsen, bei dem ein Werkzeug jeweils drei
Schneid-Durchgänge benötigte und eine Standmenge
von nur 20 Gewinden erreichte, erzielte der
Anwender wesentliche Zeit- und Kostenvorteile.
Ähnliche Ergebnisse brachte das Gewindewirbeln
von Gewinden M4 x 0,7 in Nickel-Basislegierungen
(Nimonic). Schneiden mit Gewindebohrern war
überhaupt nicht möglich. Das Wirbelwerkzeug Dixi
1730 mit vier Zähnen bewältigte bei 50 m/min
Schnittgeschwindigkeit und Zahnvorschub von 0,007
mm bis zu 100 Gewinde. Auch in hoch warmfesten
Stahllegierungen (Staballoy AG17) mit 17% Chrom-
und 18 % Mangananteilen gelang das Gewindewirbeln
von Gewinden M8 x 1,25 bei einer Standmenge bis zu
70 Gewinden. Für Norm- und
Sondergewinde Gewindewirbelwerkzeuge von Dixi
gibt es mit Durchmessern ab 0,8 mm.
Unterschiedliche Ausführungen für metrische und
die in der Luft- und Raumfahrt häufig verwendeten
zölligen Gewinde stehen zur Verfügung. Um in hoch
warmfesten Legierungen beste Ergebnisse zu
erreichen, werden die Schneiden wahlweise mit
Beschichtungen, wie TiAlN, versehen. Auf Wunsch
produzieren die Werkzeugspezialisten bei Dixi auch
Gewindewirbelwerkzeuge für Gewinde mit
kundenspezifischen Geometrien und
Abmessungen.
Artikel erschienen in WT 110A auf Seite 68.
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