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Automatisches Kleinteilelager und neues Logistikkonzepts
Zuerst
wurde im August 2008 das bestehende Lagergebäude
abgerissen und an gleicher Stelle ein neues, der
erforderlichen Höhe angepasstes Gebäude errichtet.
Bei der Planung des Lagersystems hat sich schnell
gezeigt, dass das bisher verwendete ERP-System
nicht mehr den modernen Anforderungen an die
Schnittstellen-Technik für ein automatisches
Logistiksystems gewachsen wäre. Obwohl erst 2001
eingeführt, musste zuerst ein passendes ERP-System
ausgewählt und eingeführt werden. Der Startschuss
für die Materialwirtschaft konnte bereits am
1.7.09 gegeben werden, im November konnte dann das
automatische Kleinteilelager ebenfalls starten.
Die neuen Systeme sorgen jetzt für absolute
Datentransparenz in der Produktions- und
Lieferkette, viele „umständliche“ Wege der
früheren Zeit sind jetzt einfach entfallen. So
trifft das System heute selbständig die
Entscheidung wann ein Auftrag ausgeliefert werden
kann und setzt alle Warenströme automatisch in
Gang. Das heißt mit anderen Worten, wenn die
Versandmitarbeiter morgens beginnen, stehen schon
die ersten Behälter am Entnahmeplatz bereit für
das Abarbeiten der Aufträge. Dies bedeutet eine
enorme Effizienzsteigerung in der Abwicklung und
eine deutliche Verbesserung im Lieferservice.
Hermann Diebold, Geschäftsführer der Helmut
Diebold Goldring-Werkzeugfabrik: „Der
Logistikprozess ist jetzt ein zentraler
Bestandteil der Prozesse unserer Produkte auf dem
Weg zum Kunden und hat damit den gleichen
Stellenwert wie die Herstellung unserer
Qualitätswerkzeuge und Spindeln auf höchstem
Niveau. Die Prozesse in der Materialwirtschaft,
Beschaffung und Produktion wurden komplett neu
geordnet um Prozesse zum Nutzen unserer Kunden
„lean“ und zuverlässig zu machen.
Neuordnung der Lager- und
Versandabläufe Über das neue automatische
Kleinteilelager werden alle Produkte aus dem Hause
Diebold bewirtschaftet die ein Gewicht von 60 kg
nicht überschreiten und aufgrund ihrer Größe in
die Ladungsträger passen. Die Teile für
Montageaufträge (auch für komplexe Motorspindeln)
werden aus diesem Lager ausgefasst und für die
Montage bereitgestellt. So ist gewährleistet, daß
die entnommenen Stückzahlen stets mit der Dispo
und den Stücklisten abgestimmt sind. Die
Nachdisposition von Teilen übernimmt das ERP
selbständig ohne Personaleinsatz im Einkauf. Über
Funkterminals werden alle anderen Lagerplätze
(Palettenlager) im Unternehmen verbunden. Das
Hochregallager mit einer 25 Meter langen und 9
Meter hohen Gasse und mit 3100 Behältern bildet
das Herzstück der Anlage. Pro Stunde können bis zu
260 Behälter ein- und ausgelagert werden. Diese
Kapazität wird für Auslieferungen bei weitem nicht
ausgenützt, deshalb konnte man bei Diebold die
Teilebereitstellung für Montage wie vorher
beschrieben integrieren und so den internen
Materialfluss und vor allem die
Ersatzteilversorgung deutlich rationalisieren.
Hermann Diebold: „Das automatische
Kleinteilelager ist ein wichtiger Meilenstein in
unserem gesamtbetrieblichen Logistikprojekt. Nur
mit Hilfe modernster Software-Systeme und
angepasster Verwaltungsprozesse kann die Logistik
fehlerfrei, schnell, kostengünstig und trotzdem
„lean“ sein.
Artikel erschienen in WT 113 auf Seite 70.
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