|
Präzisionsschleifmaschinen für ultraharte Werkstoffe
WBM 205 CDR
Die WBM 205 CDR wird zum ein- und doppelseitigen Planschleifen ultraharter Werkstoffe mit rotierenden Werkstückauflagen eingesetzt und stellt eine Weiterentwicklung der bewährten WBM eco dar. Das Kürzel „CD“ steht für „continous dressing“. Die Möglichkeit des In-Prozess-Abrichtens mittels ROTODRESS kennzeichnet einen wesentlichen Vorteil der Maschine. So kann auch bei feinkörnigen Schleifscheiben eine hohe Oberflächengüte der Werkstücke sichergestellt werden.
Die neue Maschinenausführung „CDR“ wird ergänzt mit zwei angetriebenen Werkstückauflagen je Oszillations-tisch, welche unter der sich drehenden Schleifscheibe rotieren. Das System wird als ROTODRIVE bezeichnet. Vorteil bei diesem Verfahren sind sehr ebene und planparallele Werkstücke. Durch den sich einstellenden Kreuzschliff entsteht eine sehr feine, ungerichtete Oberflächenstruktur. Die so bearbeiteten Oberflächen liegen im Superfinish-Bereich; höchste Genauigkeiten und Ebenheiten sind das Ergebnis. Eine Oberflächengüte Ra von 0,1 µm und darunter sowie nahezu ideal ebene und planparallele Werkstücke sind auch bei superharten Materialien problemlos möglich und werden auf der EMO gezeigt.
WAC 715 QUATTRO und WAC 715 CENTRO
Die neue Umfangs- und Schutzfasenschleifmaschine WAC 715 QUATTRO erlaubt es, auch hochharte Materialien mit höchster Genauigkeit und in kurzen Taktzeiten zu schleifen. Für sehr komplexe Werkstückgeometrien bietet die WAC 715 CENTRO mit insgesamt
5 CNC-Achsen vielfältige Möglichkeiten wie z.B. das Schleifen von Umfang, Schutzfase und Spanleitstufen in einer Aufspannung oder eine noch bessere Schneidenqualität von PKD durch veränderbare Schleifwinkel. Die WAC Plattform setzt auf einen massiven Grundkörper aus dämpfendem Guss, eine hydrostatisch gelagerte, wartungsarme Schleifspindelgruppe und ROTODRESS zum In-Prozess abrichten. Die einfache Bedienung der Software, die Auswahl zwischen Dialog oder Aplic Programmierung und die 3D Simulation mit Vericut® bieten Raum für vielfältige Optimierungen. Das schafft Sicherheit, bevor mit dem Schleifen überhaupt begonnen wird. Zur EMO wurden beide Maschinen erstmals mit neuester Bosch Rexroth Steuerungsgeneration (MTX) präsentiert. Sie verfügen nun, abgesehen von noch mehr Rechenleistung, über einen größeren TFT Bildschirm, welcher optional auch als Touch Screen bestellbar ist.
Ebenfalls neu sind DUOWHEEL Anwendungen mit zwei Schleifscheiben. So entstehen beispielsweise neue Möglichkeiten bei der Werkstückgeometrie und der Reduktion verschiedener Aufspannungen. DUOWHEEL kombiniert die Vorteile der bewährten Topfscheibe mit denen einer Umfangsscheibe, die in Korngröße und Bindung abweichen kann. Über den Linienkontakt und die bessere Kühlschmiermittelversorgung lassen sich an ultraharten Werkstoffen höchste Schneidkantenqualitäten erzielen.
Auf der Messe wurde die Komplettbearbeitung einer konkaven Wendeschneidplatte für Verzahnungsfräser mit einer QUATTRO und nur einer Spannung geschliffen. Eine Zweischneiden-Einstechgeometrie wurde auf einer CENTRO geschliffen, deren Außenkontur mit einer Topfscheibe und Innenkontur mit einer Spitzprofilscheibe erstellt wurde.
Alle WENDT Schleifmaschinen eignen sich auch zum Schleifen unter Öl. Für diese Anwendung stellt WENDT den neuen FLUID MASTER 730 vor. Neben einem separatem Schmutz- und Reintank mit integriertem Kühlelement wird der Spaltfilterdom automatisch im Hauptstrom rückgespült und so gereinigt.
SPECTRA 840
Auf der EMO 2011 zeigte WENDT erstmals das neue Laserbearbeitungszentrum SPECTRA 840. Damit ergänzt WENDT in sinnvoller Weise das attraktive Produktportfolio der Schleifmaschinen. Das Fertigen von Schneidkanten, Freiwinkeln und komplexen Spanbrechern in Hartstoffen, wie PKD, MKD, CVD, CBN und Hartmetallen ist mit der SPECTRA 840 in einem Arbeitsgang möglich.
Mit einem modernen Maschinendesign und geringem Platzbedarf lässt sich die Maschine leicht in die Fertigung integrieren. Das hochdynamische Achskonzept der fünf CNC-Achsen (drei linear motorische und zwei rotatorische) sowie die innovativen, optischen Technologien spielen eine Schlüsselrolle. Das Prinzip des beweglichen Tisches mit stationärem Strahlengang (thermisch stabilisiert) bietet in Kombination mit dem massiven Granitportal die größtmögliche Präzision.
Der gepulste Festkörperlaser arbeitet bei einer Wellenlänge von 1064 nm mit Pulslängen im unteren Nanosekundenbereich. So werden unabhängig vom Material beste Oberflächenqualitäten bei höchsten Abtragsraten erzielt. Durch die geringe Pulslänge kommt es zu keiner thermischen Belastung der Werkstückoberfläche. Das garantiert eine äußerst schonende Bearbeitung der Schneide.
Die Laserbearbeitung zeigte einen weiteren großen Vorteil: Das eigentliche Werkzeug, der Laser, ist verschleißfrei und garantiert reproduzierbare Arbeitsergebnisse. Der extrem kleine Fokus des Laserstrahls bietet hohe Spitzenintensitäten und generiert dadurch klare Schneidkanten mit kleinsten Verrundungen im einstelligen Mikrometerbereich sowie höchster Schneidfreudigkeit. Den Ablationsvorgang selbst kann der Anwender durch die Laserkamera online mitverfolgen. Die angestellte Optik erzeugt Freiwinkel von 0° bis 20° und ist um 360° frei drehbar. Kleinste Eckenradien lassen sich so problemlos erzeugen.
Der Wechsel zwischen Paletten oder auf einen Tisch mit Rotationsachse für Rotationswerkstücke wird durch ein hochpräzises Schnellwechselsystem innerhalb von Sekunden ermöglicht. Jegliche optischen Komponenten sind modular aufgebaut und können im Feld getauscht werden. Dadurch ergibt sich eine hohe Wartungsfreundlichkeit der Anlage.
Die Kopplung von optischer Werkstückerfassung mit einer hochauflösenden Kamera und taktilem Messverfahren machen in den meisten Fällen komplizierte Spannvorrichtungen entbehrlich.
Die Software ist mit dem WENDT-typischen Bedienkomfort ausgestattet und brilliert durch ihre intuitive Gestaltung. Aus einer simplen 2D-Zeichnung wird der dreidimensionale G-Code für die Freiflächenbearbeitung generiert und umgesetzt. Komplexe Kavitäten werden als 3D-Modell im bekannten STL-Format ohne Zwischenschritt eingelesen und bearbeitet. Für gängige Hartstoffe steht eine Materialdatenbank zur Verfügung, die vom Anwender individuell modifiziert und erweitert werden kann. Diese WENDT Innovationen zeigen auf, wie Wirtschaftlichkeit bei höchster Qualität mittels modernster Technologie umgesetzt wird.
Artikel erschienen in WT 123 auf Seite 51.
Zuruck zur Inhaltsverzeichnis Heft Nummer 123