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Balzers Verschleissschutz GmbH: 25 Jahren Jubiläum
Mit der
Umbenennung des Oerlikon-Bührle-Konzerns in Unaxis
erfolgte auch eine Fokussierung auf eine Reihe von
Kernbereichen. Dazu gehören die Segmente
„Information Technology” (mit
Halbleitertechnologie, Flachbildschirmen und
optischen Komponenten), „Surface Technology”
(Werkzeug- und Bauteilbeschichtungen) sowie
„Components and Special Systems”
(Vakuumtechnologie, Raumfahrttechnik). Die
Gesamtheit der Gruppe erzielt heute einen Umsatz
von ca 1,5 Milliarden CHF. Das in die Schweizer
Bereich “Surface Technology“ integrierte
Unternehmen Balzers ist in der ganzen Welt mit
einem Umsatz von 306 Millionen CHF gegenwärtig.
Der Betrieb hat 50 Beschichtungszentren in 19
Ländern und beschäftigt 1838 Dienstnehmer. Der
Marktanteil für Beschichtungen beträgt ca 35%..
Die Gesellschaft hat sich als Ziel gesetzt, bis
2006 einen Umsatz von 500 Millionen CHF zu
erreichen. Mit 9 Standorten, einem Umsatz von 73
Millionen CHF und 483 Angestellten nimmt die
Bundesrepublik einen bedeutenden Platz in dem
Plan ein, der von Balzers in Europa, in Nord- und
Südamerika, sowie in Asien aufgebaut wurde. Ein
umfassender und kompletter Service Die erste
deutsche Verschleißschutz-Anlage überhaupt
startete im August 1984 in Geisenheim und
begründete die deutsche Balzers GmbH. Zwischen
1989 und 1998 folgte der Aufbau der Zentren zur
Werkzeugbeschichtung nacheinander in Wömitz,
Willich, Bingen, Hildesheim, Mössingen, Spenge,
Zell und Dietenheim. Bereits Anfang 1993 wurde der
Bereich Verschleißschutz aus der Deutschen Balzers
GmbH in Geisenheim ausgegliedert und Balzers
Verschleißschutz als selbständige GmbH mit Sitz in
Bingen gegründet. Nachdem die Werkzeugbeschichtung
festes Standbein geworden war, begann man 1995 mit
Beschichtung von Präzisionsbauteilen in Bingen.
1998 gelang der Durchbruch in diesem Geschäftsfeld
mit der ersten Produktbeschichtung in
Großserie. Heute unterteilt sich die Aktivität
im Angebot für Beschichtungen und
Werkzeugdienstleistungen im Bereich der spanenden
Bearbeitung, der Umwandlung der Materialien aus
Kunststoff, der Präzisionsteile für den
Maschinenbau und der Lieferung von
Beschichtungsausrüstungen. Von Anfang an
entwickelte Balzers nicht nur Schichten,
sondern auch die gesamte für deren Herstellung
erforderliche Technologie, also die
Beschichtungsanlagen, die Vor- und Nachbehandlung
und die Qualitätssicherung. Die Beschichtung der
Schneidwerkzeuge bildet 65% der Tätigkeiten, die
spanlose Bearbeitung 15%, die
Kunststoffverarbeitung 15% und der Rest bezieht
sich auf die Beschichtung von
Präzisionsbauteilen. Balzers sieht eine bedeutende
Entwicklung auf dem Gebiete des Werkzeug- und
Formenbaus voraus. Da das Beschichten von vielen
Kunden als Dienstleistung nachgefragt wird, müssen
zudem Logistikstrukturen geschaffen werden, die
schnelle Abläufe und termingerechte Lieferung
sicherstellen. Durch die von Balzers entwickelte
Software werden erhebliche Verbesserungen des
Prozessabläufes in der Auftragsabwicklung erzielt.
Das Programm ersetzt die manuelle Aufnahme der zu
beschichtenden Werkzeuge. Das Balzers-Bestell-Tool
ermöglicht die direkte Eingabe der Werkzeug-Daten
in die EDV und die sofortige Weiterleitung der
Aufträge per Email zu Balzers. Dort werden bis zum
Eintreffen der Werkzeuge durch den Balzers-Pick-Up
oder einen Paketdienst die Aufträge
aufbereitet. Eine direkte Weiterbearbeitung der
Werkzeuge ist jetzt ohne Zeitverlust möglich.
Wichtige Zusatzinformationen, die der Kunde im
Balzers-Bestell-Tool eingegeben hat, werden im
Produktionablauf mit geführt. Entwicklung im
Gleichschritt mit der Innovation Mit
Innovationen wie der Ausrichtung der Schichten und
Beschichtungstechnologien auf Serienprodukte
begegnet Balzers konsequent den wachsenden
Kundenansprüchen. Dazu gehört auch ein weltweit
einheitlicher und höher Qualitätsstandard: Die
Geschäftsprozesse sind nach Management-Programmen
wie Business Excellence oder Total Quality
Management ausgerichtet und erfüllen europäische
Qualitätsnormen wie DIN ISO 9002 oder EN 29001.
Seit Herbst 2000 ist der Geschäftsbereich
Präzisionsbauteile nach QS 9000/VDA 6.1
zertifiziert. Seit der Einführung auf der EMO
1978 der ersten beschichteten Bohrer aus
Schnellstahl, wurde die unter dem Markenzeichen
BALINIT® bekannt gewordene Beschichtung bei
Balzers ständig weiterentwickelt. Das
ursprüngliche Verfahren, das seinerzeit als
revolutionär angesehen wurde, bestand darin,
dass sehr harte, gut haftende und dünne Schichten
bei Temperaturen von weniger als 500°C
abgeschieden werden konnten. Waren es anfangs nur
wenige Universalschichten (vor allem Titannitrid),
mit denen in den verschied ensten
Anwendungsgebieten große Erfolge und
beeindruckende Leistungssteigerungen erzielt
wurden, verlangt der Markt heute maßgeschneiderte
Schichtsysteme, die für ganz spezifische
Einsatzbereiche entwickelt bzw. optimiert
werden. Gefordert werden z. B. Schichten, welche
die effiziente Bearbeitung von NE-Metallen oder
schwer zerspanbaren Werkstoffen wie Inconel und
Titan Legierungen ermöglichen, wobei auch bei
derart anspruchsvollen Aufgaben die Möglichkeit
der Trockenbearbeitung bzw. MMS verlangt wird. Ein
anderes Beispiel: im Fahrzeug- und Maschinenbau
werden die vorteilhaften Eigenschaften der
PVD-Schichten schon in der Designphase
berücksichtigt, um mit beschichteten
Präzisionsbauteilen spezifische Systemleistungen
zu realisieren und konstruktive Freiräume zu
schaffen. Jetzt hat Balzers eine völlig neue
Schichtgeneration G6 entwickelt, die Werkzeugen
zur Metallbearbeitung in bisher nicht erreichten
Leistungsbereichen eröffnen wird. Möglich wird
dieser Leistungsschub durch AlCrN- basierte
Schichten, die das Leistungsvermögen von
Titan-basierten Schichten deutlich übertreffen.
Die neue auf AlCrN basierende Schichtgeneration G6
zeichnet sich durch einen markant besseren
Verschleißwiderstand aus. AlCrN-basierte Schichten
sind oxidationsbeständiger und haben eine
erheblich höhere Warmhärte als herkömmliche
Schichten. Sie sind daher auch bei Anwendungen mit
extrem hoher Temperaturbelastung stabil und
generell wesentlich leistungsfähiger. Aus der
Schichtgeneration G6 werden zielgerichtet
BALINIT®-Schichten für spezifische
Anwendungsgebiete entwickelt, mit denen sowohl HM-
als auch HSS-Werkzeuge beschichtet und
wiederbeschichtet werden können. Man darf gespannt
sein, auf die erste G6 BALINIT®-Schicht von
Balzers. Selbst nach 25 Jahren dürften noch
längst nicht alle potentiellen Anwendungsgebiete
für PVD-Beschichtungen erkannt und erschlossen
sein. Weitere markante Entwicklungsschritte werden
folgen. Für Balzers bedeutet das, dass auch in
Zukunft erhebliche Mittel in der Entwicklung von
Technologie und Schichten sowie in den Ausbau des
Servicenetzes investiert wird.
Artikel erschienen in WT 83 auf Seite 40.
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