|
Beschichtung von Werkzeugoberflächen
Balzers
als innovativer Dienstleister für
Oberflächentechnologie ermöglicht die Beschichtung
großvolumiger Werkzeuge bis 3 000 Kg in
hochwertiger Qualität. Die Hartstoffschicht
BALINIT® LUMENA optimiert das Füllverhalten beim
Spritzgießen thermoplastischer Bauteile. Besondere
Ansprüche werden an das Aussehen der
Bauteiloberflächen gestellt. Als besonderer Effekt
stellt sich eine sehr matte Bauteiloberfläche ein,
die das Lackieren überflüssig machen kann. Zur
Sicherung höchster Wiedergabetreue werden die
produzierten Bauteile hinsichtlich Glanz-,
Rauhigkeits- und Farbwerten optisch vermessen. In
der Fertigung werden daher hohe Anforderungen an
Spritzgießmaschine und Werkzeug gestellt. In
das Spritzgießwerkzeug werden Texturen chemisch
oder mittels Erodierverfahren erzeugt. Die
Verschleißfestigkeit dieser Oberflächen ist
aufgrund der moderaten Härte der verwendeten
Materialien eher gering. Verstärkte Kunststoffe,
die zunehmend auch für Designteile verwendet
werden, wirken extrem verschleißend. Die
PVD-Hartstoffschichten BALINITâ für die
Kunststoffverarbeitung können den geforderten
Glanzeindruck und somit auch die Struktur
dauerhaft schützen. Standzeiten von mehreren
hunderttausend Bauteilen sind problemlos
darstellbar. Matte Glanzeffekte
einstellbar Eine besondere Weiterentwicklung ist
die Möglichkeit, sehr matte Glanzeffekte
einzustellen. Untersuchungen ergaben, das zum
Beispiel Glanzgrade, die vom PP bekannt und
gewünscht sind, auf ABS übertragen werden können.
Die Eigenschaften der hierbei verwendeten Schicht
BALINITâ LUMENA kommen in dem sehr kurzen Zeitraum
der Formfüllung zum Tragen: sehr geringer
Wärmeeindringkoeeffizient und extrem hohe
Wiedergabetreue des Beschichtungsverfahrens. Die
heiße Kunststoffschmelze wird nicht schlagartig im
„kalten“ Werkzeug „eingefroren“. Die
Kontakttemperatur kann abhängig vom verarbeiteten
Kunststoff bis zu 20°C angehoben werden. Im
Ergebnis bildet der Kunststoff die Oberfläche
genauer ab, die Oberfläche erscheint matter. In
Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie wurden
beispielhaft verschiedene Oberflächenstrukturen
untersucht: EG 1026 und EG 1770. Das Ergebnis
überzeugt: Neben den hohen Standzeiten können
Lackierkosten, die bisher in erheblichem Maße
anfallen, massiv gesenkt werden. Damit hat sich
die Investition in die neue Schicht in kürzester
Zeit ausgezahlt.
Artikel erschienen in WT 87 auf Seite 51.
Zuruck zur Inhaltsverzeichnis Heft Nummer 87