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Sonderwerkzeuge sorgen für freie Maschinenkapazität
Wenn
große Stückzahlen und Spanmengen zusammentreffen,
bietet sich der Einsatz von Sonderwerkzeugen an.
Typische Werkstücke sind komplizierte Gussteile
wie Getriebe-, Differential- oder Motorgehäuse.
Die Bearbeitung solcher Teile ist eine
Spezialität der FRÖHLICH GmbH CNC-TECHNIK. Das
mittelständische Unternehmen verarbeitet im
Monat rund 800 Tonnen Gusswerkstoffe. Lieferant
für Fein- und Aufbohrwerkzeuge, sowohl Standard-
wie auch Sonderwerkzeuge, ist unter anderem
WOHLHAUPTER. „Die Sonderwerkzeuge, die wir
einsetzen, produzieren gewaltige Spanmengen, das
ist wirklich beeindruckend“, bringt
Geschäftsführer Jürgen Fröhlich seine Erfahrungen
und Eindrücke auf den Punkt. Teilweise sind beim
Aufbohren bis zu 8 Schneiden gleichzeitig im
Einsatz. Er setzt hinzu: „Wenn mehrere Durchmesser
im Bereich 200 bis 300 mm auf einmal hergestellt
werden, wird auch von der Maschine einiges
abverlangt.“ Doch kein Problem, die FRÖHLICH GmbH
ist mit Bearbeitungs- und Dreh-Fräszentren der
neuesten Generation von Mazak bestens
ausgestattet. Stärkstes BAZ ist im Augenblick eine
FH 8800 mit 37 kW Antriebsleistung und
SK50-Schnittstelle. Sonderwerkzeuge sind in
punkto Produktivität unschlagbar. Komplizierte
Gebilde, wie sie FRÖHLICH CNC-TECHNIK verwendet,
reduzieren zum einen die Bearbeitungszeit, zum
anderen braucht sich der Anwender keine
Gedanken über Lagetoleranzen zu machen. Werden
mehrere Durchmesser mit einem Werkzeug in einem
Arbeitsgang aufgebohrt, bedeutet dies ein
Höchstmaß an Koaxialität und Konzentrizität: die
Durchmesser „laufen“ exakt
zueinander. Ersatz für mehrere
Zirkularfräser Anwendungsbeispiel 1 ist ein
Hinterachsgehäuse aus GG26 für eine Landmaschine.
WOHLHAUPTER lieferte für die Komplettbearbeitung
ein Standardwerkzeug und 5 Sonderwerkzeuge,
darunter eine tannenbaumartige Bohrstange für eine
komplizierte Stufenbohrung. Die Bohrstange verfügt
über 9 Schneiden, welche 8 Einzelwerkzeuge
ersetzen; es werden damit 4 Durchmesser und 4
Fasen bearbeitet. Der kleinste Durchmesser beträgt
79mm, der größte 114,5mm. Mit einer Gesamtlänge
von 155mm ist das Werkzeug erstaunlich kompakt und
damit auch prozesssicher. Bevor es zum Einsatz
kam, wurde die Stufenbohrung mit mehreren
Zirkularfräsern bearbeitet. Diese Art der
Bearbeitung ist zeitintensiv. Das komplette
Paket Sonderwerkzeuge bringt dem Anwender eine
Zeitersparnis von 20min pro Werkstück. Bei einer
Stückzahl von 9.600 im Jahr ergibt sich unter dem
Strich eine enorme Einsparung von 2.300 Stunden –
wertvolle freie Maschinenkapazität.
Alu-Bauweise erleichtert
Handling Anwendungsbeispiel 2 ist ein
Differentialgehäuse für ein Nutzfahrzeug, der
Werkstoff ist ebenfalls GG26. Der größte
Durchmesser beträgt 318 mm, der kleinste 165 mm.
Aufgrund der großen Abmessungen wurde die
Querschiene des Ausdrehwerkzeugs in
Aluminiumausführung hergestellt. Für den Anwender
vereinfacht sich dadurch das Handling; außerdem
verringern sich die auf Spindel und Lager
einwirkenden Kräfte. 8 Schneiden ersetzen 6
einzelne Arbeitsgänge (3 Durchmesser, 3 Fasen).
Die Zeitersparnis pro Werkstück beträgt 10min. Bei
einer Jahresstückzahl von 2.800 beläuft sich die
frei werdende Maschinenkapazität auf 467
Stunden.
Artikel erschienen in WT 95A auf Seite 72.
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