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„Noch erhebliche Produktivitätssteigerungen möglich“
Herr
Witteczek: Vor kurzem kam die Nachricht, dass
WALTER gemeinsam mit TITEX und PROTOTYP ein
Unternehmen bilden wird. Was bedeutet dieser
Schritt für Ihre Firma? Der Merger wird es uns
erlauben, unsere weltweite Expansion
voranzutreiben und sämtliche
Bearbeitungsanforderungen unserer Kunden zu
erfüllen. TITEX ist die bekannte Marke für
Bohrwerkzeuge und Gewindeschneider, PROTOTYP zählt
zu den führenden Herstellern von Gewinde- und
Fräswerkzeugen aus HSS-E und Vollhartmetall.
Gemeinsam decken wir ein extrem breites Spektrum
an Zerspanungswerkzeugen ab. Wie ist das Trio am
Markt einzuordnen? Da gibt es nicht mehr allzu
viele, die ähnlich gut aufgestellt sind. Was
Umsatz, Produkte und Know-how angeht verfügen wir
über das Potenzial, zu einem der größten Anbieter
in der Branche der Metallzerspanung aufzu-steigen.
Wie ist der Stand der Zusammenführung? Die
entsprechenden Maßnahmen sind bereits eingeleitet.
Unser Ziel ist es, dass die Zusammenführung Ende
2007 in allen Ländern abgeschlossen ist. Bleiben
Sie in Tübingen, Herr Witteczek? Ja! Die
Hauptverwaltung der neuen Organisation wird in der
Zentrale von WALTER in Tübingen
eingerichtet. Wird sich die Mitarbeiterstruktur
von WALTER verändern? Die Zahl unserer
Beschäftigten wird sich weiter erhöhen. Wir bauen
in Münsingen gerade das modernste
Wende-schneidplattenwerk der Welt. Zu den bereits
bestehenden 150 Arbeitsplätzen in Münsingen kommen
kurzfristig 300 und mittelfristig nochmals 150
dazu. Im Endausbau werden zwischen 500 und 600
Mitarbeiter in Münsingen Wende-schneidplatten
pressen, sintern und be-schichten. Auch in
Tübingen entstehen neue Arbeitsplätze. Bis Ende
des Jahres wollen wir – also die WALTER-Gruppe –
die 2000er-Grenze überschreiten. Wie hoch sind
die Investitionen für den Ausbau und wofür werden
sieverwendet? Ins Stammwerk Tübingen fließen
30 Millionen, nach Münsingen 20 Millionen Euro.
Weitere 20 Millionen werden in die weltweiten
Tochterunternehmen gehen. Über die Kosten in der
Fertigung wird heutzutage an der Schneide
entschieden. Hier sind noch erhebliche
Produktivitätssteigerungen möglich. Wir
investieren deshalb zunehmend in die Herstellung
der Wendeschneidplatten und die Entwicklung neuer,
innovativer Schneidstoffe. Was waren die
wichtigsten WALTER-Innovationen der letzten
Zeit? Mit unseren Xtra.tec- und Tiger.tec-Serien
waren wir die ersten, die mehrfarbige
Wendeschneidplatten zur Produktivitätsverbesserung
auf den Markt gebracht haben. Diese Idee haben
einige Mitbewerber inzwischen kopiert. Erst jüngst
haben wir die Serie um einige Topp-Neuheiten
erweitert. Darunter Tiger.tec Steel für das
Stahldrehen und die Weltneuheit Tiger.tec
PVD-Al2O3. Der erste PVD-Schneidstoff, der unter
Abscheidung von Aluminiumoxid hergestellt wird.
Beide Schneidstoffe werden von unseren Kunden
bereits äußerst erfolgreich eingesetzt. Insgesamt
betrachtet sind rund 70 Prozent unserer aktuellen
Produkte nicht älter als fünf Jahre. Ein Zeichen
für unser hohes Innovationsniveau.
Artikel erschienen in WT 95A auf Seite 6.
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