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Werkzeugprogramm für das Auf- und Feinbohren
Im Mittelpunkt stehen die modulare ScrewFit-Aufnahme für Auf- und Feinbohrköpfe. Ab 33 mm Bearbeitungsdurchmesser besitzen die Feinbohrköpfe einen automatischen Unwuchtausgleich, das heißt sie sind selbstwuchtend. Eine ausgeklügelte Mechanik im Innern der Werkzeuge ist mit der Plattenhalterverstellung gekoppelt. Bei der Verstellung des Wendeplattenhalters wird ein Ausgleichsgewicht mit verschoben, so dass stets eine gleichmäßige Verteilung der Massenverhältnisse gewährleitstet wird. Oberhalb 70 mm Bearbeitungsdurchmesser verfügen sie ausschließlich über einen NCT-Anschluss. Die größten Feinbohrköpfe, Durchmesserbereich 90 bis
153 mm, sind aus Gewichtsgründen aus Aluminium hergestellt.
Die Vorteile von geringem Gewicht, automatischem Unwuchtausgleich und kompaktem ScrewFit-Anschluss sind offensichtlich. Da ist zunächst das einfachere Handling. Aluminiumwerkzeuge können leichter in die Hand genommen werden, ein automatischer Unwuchtausgleich erübrigt den Gang zur Wuchtmaschine, ScrewFit-Werkzeuge benötigen lediglich einen Gabelschlüssel zur Montage.
Eine besonders wichtige Eigenschaft ist die maximale Schnittgeschwindigkeit, sie liegt bei selbstwuchtenden Feinbohrwerkzeugen bei 2.000m/min. Dieser Wert liegt etwa um 50 % höher als bei nicht gewuchteten Werkzeugen. Dadurch ergeben sich zum einen kurze Bearbeitungszeiten, zum anderen werden die Werkzeuge für die Schneidstoffe CBN und PKD tauglich. Ein wichtiger Aspekt für den Anwender der HSC-Bearbeitung von Aluminiumwerkstoffen betreibt.
Der dritte Vorteil betrifft die Qualität. Mit ScrewFit-Anschluss verkürzt sich die Werkzeug-Auskragung um rund 30 Prozent. Kurze Werkzeuge wie auch geringeres Gewicht und ausgeglichene Massenverhältnisse sind gerade beim Feinbohren von zentraler Bedeutung. Die Neigung zu Schwingungen nimmt merklich ab, es können sehr enge Maß- und Rundheitstoleranzen realisiert werden. Der ruhige Lauf garantiert eine hohe Oberflächengüte. Nicht unwesentlich ist dabei, dass sich optimale Fertigungsbedingungen ohne Schwingungen immer schonend auf Maschinenspindellagerung und Maschinenführungen auswirken.
Artikel erschienen in WT 96 auf Seite 22.
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